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Kunstkaten Ahrenshoop

Bis auf das Jahr 1892 reicht die Ahrenshooper Künstlerkolonie-Geschichte zurück: Künstlerkolonien waren in der wilhelminischen Ära vor allem für Frauen, die sich mit den gängigen Geschlechterrollen nicht zufrieden geben wollten und in Ermangelung zugänglicher Alternativen in der Malerei ihren Ausweg aus bürgerlicher Beklemmung suchten, eine der wenigen Chancen, Kontakt zu ihresgleichen zu knüpfen und wenn schon nicht weitergehende Bildung, so doch wenigstens Schulung ihrer Talente zu erhalten. Wenngleich die Frau vor der Staffelei - zumindest, wenn sie sich auf Blumenmotive und ästhetisch ansprechende Landschaftsdarstellungen beschränkte - gerade noch als gesellschaftlich akzeptabel galt: der Zugang zu Kunstakademien blieb ihnen bis 1919 verwehrt.

So waren es Malerinnen wie Anna Gerresheim, Elisabeth von Eicken, Elisabeth Büchsel und Hedwig Woermann, die sich locken ließen von der Schönheit der Dünenlandschaften, der Anmut des Fischerdorfes und der rauschenden Stille des nahegelegenen Waldes. Der relativ geringe Bekanntheitsgrad der Malerinnen wird zuweilen auch auf die 40jährige Trennung des Landes zurückgeführt, das Interesse von Kunstwissenschaftlern steigt nach Aussagen des Förderkreises Ahrenshoop e.V. zumindest erst seit der Wiedervereinigung merklich an.

Männliche Künstler, die Ahrenshoop für sich entdeckten, hatten meist an der Weimarer Malerschule ihre Ausbildung erhalten. Paul Müller-Kaempff schließlich gründete nach seiner Niederlassung in Ahrenshoop 1892 eine Malschule. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Ahrenshooper Künstlerkolonie auch von weiteren Malerkreisen angenommen: der Mitbegründer des Blauen Reiter, Alexej von Jawlensky malte hier, ebenso wie Marianne von Werefkin und später der Brücke-Mitbegründer Erich Heckel.

Heute bemüht sich eine Künstlerförderstätte im ehemaligen Haus Lukas um eine Fortführung dieser Tradition.
Die Kunstkaten Ahrenshoop bieten denn auch sowohl Sammlungen, Nachlässe und Retrospektiven derjenigen Maler, die den Ruf von Ahrenshoop erst geschaffen haben, wie auch Ausstellungen zeitgenössischer, derzeit hier lebender oder zeitweise in Ahrenshoop malender Künstler. Auch werden hier regelmäßig Exhibitionen von Stipendiaten des Künstlerhauses Lukas organisiert.

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